Steuerung der Konfliktintensität

Hilfe! Ich bin in einem Konflikt, wie komme ich da wieder heraus?

In den vorhergehenden Abschnitten gaben wir bereits verschiedene Anregungen, wie ein Konflikt verschärft, gelockert, beibehalten, verschoben oder zur Eskalation gebracht werden kann. Denn tatsächlich ist die Steuerung der Konfliktintensität die hohe Kunst des Konfliktspiels, zusammen mit dem Gefühl dafür, wann es gerade passt, wie weit man bei seinem Gegenüber gehen kann und wann die Sache für beide Seiten noch schönes Spiel ist. Wir wollen dazu ein paar Anregungen geben:

 

Verschärfung des Konfliktes (Eskalation):

  • Einbeziehung von weiteren Personen auf beiden Seiten
  • Verbale, übertriebene und harte öffentliche Anschuldigungen gegen den Konfliktpartner, vollkommen egal ob wahr/unwahr, Hauptsache nützlich
  • Kommunikation eines Ultimatums, bei dessen Verstreichen es spätestens eskaliert
  • Auspacken von relevanten Informationen, die bisher zur Deeskalation zurückgehalten wurden
  • Auflösung von Hürden oder Hinwegsetzen über solche, die den Konflikt bisher behindert haben (z.B. Regeln, Autoritäten, Tageszeit)
  • Androhung des Wechsels in eine höhere Konfliktebene (Drohung mit Faustkampf oder Waffengewalt)
  • Hineinsteigern des Charakters in einen stark emotionalen Zustand, wenig zugänglich für sachliche Argumente
  • Nutzen von Spielanreizen, die eine IT-Enthemmung (!!) auslösen können, wie Alkohol, Drogen, Verletzungen, Frustration
  • Deutliche Provokation des Konfliktgegners, um diesen zu einem Gang in eine höhere Konfliktebene zu zwingen
  • Zurücknehmen von vorherigen Zugeständnissen oder Deeskalationsmaßnahmen

 

Lockerung bzw. Beibehalten des Konfliktes (Deeskalation):

  • Bitte an geeignete Charaktere, deeskalierend tätig zu werden
  • Ausnutzen eines eskalativen Moments (z.B. kurze Prügelei), um dann wieder eine Ebene zurückzufallen und sich vorerst wieder zu beruhigen
  • Deklaration von Hürden, die den Konflikt behindern (z.B. Aufzeigen von Regeln, Respekt vor anwesenden Personen, wichtige Plotgründe und Bedrohungen)
  • Nutzen von Spielanreizen, die eine IT-Hemmung auslösen können, lustigerweise können das auch die sein, die bei andren Menschen zu einer Enthemmung führen, wie Alkohol, Drogen, Verletzungen, Frustration
  • Auspacken von Informationen, die es ermöglichen, die Sache in einem anderen Licht zu bewerten
  • Zurückstellen der Emotionalität des Charakters, hin zu einer sachlich-objektiven Denkweise, die ihn zugänglich für vernünftige Argumente macht
  • Teilauflösung des Konflikts durch Entgegenkommen der anderen Seite
  • Aus dem Weg gehen
  • Verabredung zu Eskalationsmomenten, wie Duellen oder Schlägereien zu späteren Zeitpunkten

 

Massive Konflikteskalation:

  • „Jetzt-reicht-es-Momente!“, in denen eine krasse Eskalation, ggfs. auch mit Sprung zur nächsten oder übernächsten Konfliktebene, stark angedeutet wird, aber das Spielumfeld die Möglichkeit hat zu reagieren und es zu verhindern. (Beispiel: Die Waffe ziehen und ankündigen die Sau jetzt abzustechen, sich dann aber zurückhalten und wieder beruhigen lassen.)
  • Einen plötzlichen und unerwarteten Impuls zeigen, der härter ist als die bisherige Ebene und Intensität des Konfliktspiels, aufgehängt an einem scheinbar harmlosen Moment der Interaktion. (Beispiel: Zwei verfehdete Ritter streiten sich über etwas Belangloses, da sagt einer etwas, das den anderen (angeblich) bis aufs Blut beleidigt. Dieser fängt plötzlich laut zu schreien an und bekommt einen roten Kopf.)
  • Einbringen einer wichtigen Schlüsselinformation, ggfs. auch durch Dritte, die den Konflikt plötzlich und stark eskaliert.
  • Nutzen von Gelegenheiten, die einfach perfekt dafür geeignet sind, eine starke Eskalation durchzuführen. (Beispiel: Der Konfliktpartner macht genau das, was einen sehr stört und beweist damit das eigentliche Problem des Konflikts. Eine gute Gelegenheit, um die nächste Stufe anzukündigen.)

Weiter geht es im Abschnitt "Konflikttypen".